Buseck (siw). Über das Hallenbad in Großen-Buseck wurde schon viel geschrieben. In den ersten Jahren nach Gründung des Hallenbadvereins Busecker Tal 1997 nahm das erfolgreiche und nachhaltige Betreibermodell eine Vorreiterfunktion ein, die deutschlandweit viel Beachtung fand. 2014 und 2015 standen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Fokus der Berichterstattung: Aufgrund der nicht vorhersehbaren Sachlage wurde der geplante Zeit- und Finanzrahmen wesentlich überschritten.

»Endlich« war darum auch das Wort, welches Schwimmmeistergehilfe Horst Försch und sein Team nach der Wiedereröffnung des Bades Ende Juli 2015 von den Gästen am Häufigsten zu hören bekam. »Endlich können wir wieder in unserem Bad schwimmen gehen. Endlich müssen wir nicht mehr nach Lich, Pohlheim oder Gießen fahren«, freuten sich die Gäste. Und für die umfangreichen ehrenamtlich geleisteten Arbeiten erhielt der Vorstand viel Lob.

Horst Försch ist Schwimmmeistergehilfe. Seine Hauptaufgabe ist die Beaufsichtigung und Kontrolle des Badetriebes. Er ist aber auch Hausmeister und wie er selbst sagt »Mädchen für alles«. Handwerkliche Fähigkeiten und vor allem technisches Verständnis sind für seinen Job unabdingbar. Nach einigen »Irrungen« im beruflichen Werdegang hat Försch offensichtlich seinen Traumberuf gefunden. »Es macht mir einfach Spaß und die unregelmäßigen Arbeitszeiten sind überhaupt kein Problem für mich«, sagt der 55-Jährige und strahlt über das ganze Gesicht. »Ich habe gerne mit Menschen zu tun und schätze die Vielseitigkeit der Aufgaben.« Die Kontrolle der technischen Betriebsfunktionen und der Wasserqualität, die Filterspülung und die Pflege und Instandhaltung der Einrichtung und des Gebäudes gehören genauso dazu, wie das Nachlegen von Toilettenpapier. Die Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten können schon mal bis Mitternacht dauern, denn die Belegzeiten des Bades sind voll ausgereizt und während des Bäderbetriebes ist dies nicht machbar.

»Endlich können wir wieder ins Bad« – so hieß es im Spätsommer auch für die DLRG, als sie im gewohnten Gewässer wieder ihre Arbeit aufnehmen konnte. Zahlreiche Kurse vom Baby- und Kleinkinderschwimmen bis hin zum Senioren- und Behindertenschwimmen, die über das DLRG-Angebot hinausgehen, finden seitdem wie gehabt statt. 1500 Schüler nutzen das Bad. Die Ausfallzeit wird vorübergehend durch zusätzliche Zeiten für das Schulschwimmen montags und donnerstags bis 15 Uhr kompensiert.

Neben den augenscheinlichen Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Hallenbades gibt es mit der Installation eines neuen Eintrittsystems eine weitere wesentliche Änderung. Seit dem 16. November ermöglichen nur noch die neuen Mitgliedskarten mit eingebautem Chip den Zugang zu den Umkleideräumen und damit ins Bad oder in die Sauna. Die Mitglieder loggen sich zuvor im Foyer mit ihrer Karte ein und beim Verlassen des Hallenbades wieder aus.

Die Karten dienen nicht nur zum Öffnen der Türen und für die Erfassung in der Nutzerstatistik, sondern gewährleisten gleichzeitig eine Anwesenheitskontrolle: Wer das Ausloggen vergisst, wird im Fall eines Falles von Feuerwehr und Rettungsdienst gesucht, obwohl er schon längst zu Hause ist.

Statt Bändchen: Nummer im Kopf

Kleine, aber nicht unlösbare Probleme gibt es mit den neuen Spind-Schlössern. Die lästigen Schlüsselbändchen am Handgelenk entfallen, stattdessen muss man sich eine vierstellige Nummer merken. Dieser Code zum Verschließen der Spinde ist frei wählbar. »Besonders Kinder und Senioren vergessen hin und wieder ihre Zahlenkombination oder vertippen sich. Manchmal könnte auch eine Sehschwäche eine Rolle spielen, mutmaßt Försch, und: »Man geht ja schließlich nicht mit der Lesebrille auf der Nase zum Schwimmen.« Wird der Spind zweifelsfrei wiedererkannt, was aufgrund der Bilder auf den Türen nicht schwerfallen sollte, darf das Personal den Spind öffnen. Nach vier Stunden geht das Schloss automatisch auf.

Nachdem ab 2010 die Anzahl der Mitglieder tendenziell zurückging und es während der Schließungszeit zu vermehrten Austritten kam, ist nach der Wiederöffnung ein erfreulicher Mitgliederaufschwung zu verzeichnen. Der Vorstand des Hallenbadvereins ist zuversichtlich, dass der Stand von 2010 – damals waren es 3488 Mitglieder – wieder erreicht werden kann. Die Bürger in Buseck und Umgebung wissen ihr wohnortnahes Hallenbad zu schätzen.

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